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Aus für den DJV Berlin, aber noch kein Ende der DJV-Querelen

Drei Jahre nach Ausbruch der Querelen zwischen dem Deutschen Journalisten-Verband und seinen Landesverbänden in Berlin und Brandenburg hat der DJV Berlin Insolvenz anmelden müssen. Vorausgegangen war die Entscheidung des Bundesverbandes, die Bilanzschulden der Berliner wegen "unkontrollierbarer Haftungsrisiken" nicht zu übernehmen.

Trotzdem will der Bundes-DJV nach eigenen Angaben aber dafür sorgen, dass der Landesverband die Leistungen für seine Mitglieder "in vollem Umfang" erbringen kann. Kein Wunder: Betroffen sind über 2.200 Mitglieder; der einstmals prestigeträchtige DJV Berlin ist damit nach wie vor der größte Landesverband in der Region Berlin-Brandenburg, obgleich dort vor der Insolvenz nicht weniger als vier DJV-Organisationen um Mitglieder buhlten.

Misslungene Entledigung
Zu der verfahrenen Situation kam es, als der Dachverband eine Manipulation bei den Berliner und Brandenburger Vorstands-Wahlen beobachtete und handelnde Personen im rechtsradikalen Millieu verortete. Daraufhin unterstützte der Bundes-DJV die Gründung zweier neuer Landesverbände: des Vereins Berliner Journalisten und des Brandenburger Journalisten-Verbandes. Der Plan, sich der beiden missliebigen Altverbände DJV Berlin und DJV Brandenburg zu entledigen, scheiterte jedoch vor Gericht.

Zumindest in Berlin schien aber bis zuletzt eine Wiedervereinigung der gespaltenen Verbände möglich, nachdem beim Altverband Ende 2005 der moderate Pensionär Peter Pistorius, ein ehemaliger SFB-Hauptabteilungsleiter, an die Spitze rückte. Letztlich entschied der Bundes-DJV anders: Seine Unterstützung gilt allein den ebenfalls klammen Neuverbände in Brandenburg und Berlin, die am 2. Oktober eine Fusion auf dem Wege der Verschmelzung beschließen sollen. Titel des neuen Gebildes: Journalistenverband Berlin-Brandenburg.

Kurz nach dieser Weichenstellung meldete der DJV Berlin Insolvenz an, was der Bundesverband so kommentierte: "Die Ursachen für die heutige Insolvenz des DJV-Landesverbandes Berlin liegen lange zurück und sind nicht dem heutigen Landesvorstand anzulasten."

"Auf solidem Kurs"
Bleibt noch der Altverband in Brandenburg unter dem Vorsitzenden Torsten Witt, der bei den vom DJV beanstandeten Wahlen 2004 in Berlin als Mehrheitsbeschaffer aufgetreten war. Sein DJV Brandenburg befindet sich nach eigenen Angaben finanziell "auf solidem Kurs". Zudem weist man "optimistisch" auf eine Klage gegen den Bundes-DJV hin. Der hatte den Alt-Brandenburgern bisher Struktur-Subventionen, wie sie auch an andere ostdeutsche Verbände ausgeschüttet werden, verweigert. Der Ärger im DJV ist also noch nicht ausgestanden.
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