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Der Umsatz sinkt, dpa schrumpft sich in die schwarzen Zahlen

Die Deutsche Presse-Agentur hat sich 2011 wieder in die schwarzen Zahlen geschrumpft. Obwohl der Jahres-Umsatz von 87,8 auf 81,9 Millionen Euro sank, erwirtschaftete die Nachrichtenagentur im letzten Jahr einen Überschuss von rund 650.000 Euro. In den beiden Vorjahren, die von Investitionen in den Umzug nach Berlin und das neue Redaktionssystem ines geprägt waren, hatte jeweils ein Verlust unter dem Jahresabschluss gestanden.

Verantwortlich für das positive Ergebnis sind in erster Linie Sparmaßnahmen: So wurde das Personal von 729 auf 686 Mitarbeiter abgebaut, die Tochter PPS, ein Lieferant von Fernseh-Programminformationen, in die Schweiz abgestoßen. Das Nachrichtengeschäft stagniert: Zwar ist die Rheinische Post zu Beginn dieses Jahres wieder als Voll-Abonnent zur dpa zurückgekehrt. Doch weiter sinkende Zeitungsauflagen und der Verlust des Etats des Auswärtigen Amtes an den Konkurrenten dapd, den auch eine Klage nicht verhindern konnte, haben 2011 die Erträge geschmälert.

So ist denn das Geschäft des Branchenführers vom schrumpfenden Nachrichtenmarkt geprägt, während dapd mit Zukäufen und einer aggressiven Preispolitik munter expandiert. Zuletzt erwarb der von Finanzinvestoren alimentierte Herausforderer die französische Nachrichtenagentur Sipa Press - und warb vom Platzhirschen AFP den Chefredakteur Jean Luc Testault ab. Im Herbst soll Sipa als Vollagentur starten. Dann könnte sich das Spiel, das dapd in Deutschland mit der dpa treibt, in Frankreich mit AFP wiederholen.
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