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Neue Zürcher Zeitung

Links, aber nützlich - das "Project censored"

Das Project censored der Sonoma State University in Nord-Kalifornien sucht jedes Jahr die 25 von den Mainstream-Medien am stärksten vernachlässigten Themen. Vorschläge kann jeder machen. Die Geschichten werden von Studenten nachrecherchiert. Das letzte Wort hat eine Jury. So rangiert im kürzlich vorgelegten Report Censored 2009 an erster Stelle, dass die Zahl der Todesopfer des Irak-Kriegs - je nach Schätzung über eine Million Menschen - nicht einmal annäherungsweise bekannt sei.

Unter den Jury-Mitgliedern "finden sich durchaus klangvolle Namen, wenn auch einseitig aus dem linken Lager", befindet der einst an der "linken" FU Berlin und nun in der Schweiz tätige Kommunikationswissenschaftler Stefan Russ-Mohl in der Neuen Zürcher Zeitung. "Man braucht allerdings deren manchmal etwas schlichte Sichtweisen auf den Konzernjournalismus nicht zu teilen, um als nützlich zu empfinden, was sie mit ihrer Arbeit Jahr für Jahr an Diskursen anstossen."

Allerdings beklagen sich die Organisatoren darüber, dass das Projekt, das auch Vorbild für die deutsche Initiative Nachrichtenaufklärung ist, von den grossen US-Zeitungen und Fachblättern totgeschwiegen werde.
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