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Neue ProSieben-Eigentümer drängen nach Europa

Der ProSiebenSat.1-Konzern ist wohl endlich wirklich und richtig verkauft - fragt sich, was aus der einst am Busen von Leo Kirch genährten TV-Hydra nun wird. Der taz fallen da vor allem Kalauer ein: "Heu ohne Schrecken" heißt die den neuen Eigentümern aus der Geldvermehrungsbranche gewidmete Schlagzeile. Auch Ironie ist im Angebot: Der "Fun-Freitag" sei durch die neuen Eigentümer nicht bedroht. Welch ein Glück. Schließlich hat KKR seinen weltweiten Ruf als "Raider" (das englische Pendant zur Münteferingschen Heuschrecke) längst weg, seit man 1989 den Lebensmittel-Multi Nabisco kaufte und dann zerlegte.

Nun also ProSiebenSat.1. "Finanzinvestoren formen TV-Riesen", titelt das Handelsblatt. Die deutsche Senderfamilie solle "ohne Zeitverzug" die in den neuen Konzern eingebrachte skandinavische Senderkette SBS übernehmen - "sobald Medien- und Kartellaufsicht das Geschäft genehmigt haben und das fällige Pflichtangebot an die Kleinaktionäre der TV-Gruppe beendet ist", sekundiert die Financial Times Deutschland, die den Angriff auf die europäische RTL Group allerdings eine Nummer kleiner verkauft: Während RTL mit Sendern in Deutschland, Frankreich und England die wichtigsten Märkte abdecke, werde der geplante neue Konzern "außer in Deutschland nur kleinere Märkte bespielen".

Doch zunächst gilt es, leise Servus zu sagen: Die Süddeutsche Zeitung verabschiedet den "Charmeur" und "Zampano" Haim Saban - der sei nun doch schneller wieder weg, als er selbst immer beteuerte, habe aber seinen Einsatz "in nur drei Jahren mehr als vervierfachen" können -, und begrüßt neue starke Männer: Permira-Chef Thomas Krenz ("Den Mann mit dem Zigarillo kennen sie schon in der Medienallee in Unterföhring") hat schon erfolgreich in Premiere investiert und braucht künftig nur die Straßenseite zu wechseln. Auch KKR-Europachef Johannes Huth ("Überflieger unter den deutschen Beteiligungsmanagern") ist ein Rückkehrer: Er kaufte in München bereits Tochterfirmen von Siemens und Daimler-Chrysler auf - natürlich mit "sagenhaftem Gewinn".
Zuletzt bearbeitet 15.12.2006 12:05 Uhr
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