Sie befinden sich hier:

Financial Times Deutschland

Niemand zahlt für Inhalte, nicht mal, wenn sie gedruckt sind

Wer glaubt, dass Paid Content funktionieren kann, unterliegt einem "Denkfehler", meint Joachim Dreykluft. Da ist er nicht der einzige Skeptiker. Aber der FTD-Online-Nachrichtenchef geht in die Vollen: "Verleger und auch die allermeisten Journalisten sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass ihre Leser tatsächlich für gedruckte Inhalte zahlen."

Tatsächlich bezahle der Leser jedoch dafür, dass "das bedruckte Papier" an seine Haustür oder zu einem erreichbaren Kiosk gebracht werde, glaubt Dreykluft. Das Internet aber mache schon heute in vielen Haushalten den größten Budgetposten für Mediennutzung aus, weshalb online auch niemand für Inhalte zahlen möchte.

Die Verlage müssten sich nach anderen Erlösquellen umsehen, zumal sie anders als beim Druck keinen Anteil mehr an der gesamten Verwertungskette hätten, fordert Dreykluft. Die Einsparung an Druck- und Vertriebskosten, die eine papierlose Distribution mit sich bringt, ignoriert er vollkommen.

Auf jeden Fall ist Dreykluft der erste Journalist, der zugibt, dass seine Arbeit ökonomisch gesehen nichts wert ist - eben weil niemand dafür bezahlen will. Außer den Verlegern, den Dummen.
Sie sind: Gast | Login | Registrieren
Anzeige