Sie befinden sich hier:

Nur DSF und ProSieben durchbrechen öffentlich-rechtliche Phalanx beim Grimme-Preis

Auch Rudis Tagesshow, pardon: die Heute Show mit Oliver Welke, bekam einen Unterhaltungs-Preis
Foto: Irena Pavor, ZDF
Auch Rudis Tagesshow, pardon: die Heute Show mit Oliver Welke, bekam einen Unterhaltungs-Preis
Foto: Irena Pavor, ZDF
Tatort Deutschland: Kriminalfilme waren das meist ausgezeichnete Genre bei der 46. Ausgabe des Adolf-Grimme-Preises. Regisseur Dominik Graf wird am 26. März in Marl für seinen ZDF-Krimi "Kommissar Süden und der Luftgitarrist" schon zum achten Mal mit dem führenden Fernsehpreis ausgezeichnet. Das ist ein Rekord.

Jenseits der kriminellen Fiktion fand die Jury aber auch jede Menge preiswürdige Realität. Sogar die Privatsender, deren Programme bei Grimme selten Aufmerksamkeit finden, konnten in der Kategorie Information und Kultur punkten. ProSieben wird für das Galileo-Spezial "Karawane der Hoffnung" prämiert, eine "echte Eigenproduktion", deren besondere Leistung laut Jury-Spruch darin besteht, "eine Menschenrechtsaktion (gemeint ist die Kampagne von Rüdiger Neberg gegen Genitalverstümmlung afrikanischer Frauen, d. Red.) in klassischer Reportageform anschaulich und präzise zu begleiten". Zudem erhielt die DSF-Dokumentation "Tabubruch“ von Aljoscha Pause über Homosexuelle im Profifußball einen Spezial-Preis.

Sparprogramme bei Unterhaltung und Fiktion
Dagegen gingen die Privaten in der eigentlich angestammten Kategorie Unterhaltung bei zwei von zwölf Nominierungen leer aus. Im fiktionalen Bereich gab es ebenfalls keinen Preis und nur eine von 16 Nominierung für eine Sat.1-Komödie. Da schlagen die Programm-Einsparungen der werbefinanzierten Sender durch - geradezu eklatant bei RTL: Der "Zielgruppen"-Marktführer brachte es zu einer lächerlichen "Spezial"-Nominierung für Tricktechnik.

Insgesamt kommt das ZDF mit sechs Preisen, darunter vier für Fernsehfilme, am besten weg. ARD-Anstalten waren an vier prämierten Produktionen beteiligt, Arte an zweien. 3Sat ging leer aus.

Preisträger mit Links zu den Jury-Begründungen:

Fiktion:
Kommissar Süden und der Luftgitarrist, ZDF
Friedrich Ani (Buch)
Dominik Graf (Regie)
Alexander Fischerkoesen (Kamera)
Dieter Schleip (Musik)
Jeanette Hain, Ulrich Noethen und Martin Feifel (Darstellung)

Frau Böhm sagt nein, ARD/WDR
Dorothee Schön (Buch)
Connie Walther (Regie)
Senta Berger und Lavinia Wilson (Darstellung)

Ein halbes Leben, ZDF
Nikolaus Leytner (Buch/Regie)
Franziska Walser, Josef Hader und Matthias Habich (Darstellung)

Mörder auf Amrum, ZDF
Holger Karsten Schmidt (Buch)
Markus Imboden (Regie)
Hinnerk Schönemann (stellv. für das Darstellerteam)

Die Wölfe, ZDF
Christoph Fromm (Buch)
Friedemann Fromm (Buch/Regie)
Heta Mantscheff (Casting)

Unterhaltung:
Inas Nacht, ARD/NDR
Ina Müller (Buch/Gastgeberin/Hauptdarstellerin)

heute-show, ZDF
Morten Kühne (Chefautor)
David Flasch (Producer/Autor)
Oliver Welke (Moderation)
Martina Hill (stellv. für das Darstellerteam)

Information & Kultur
Eisenfresser, BR/Arte/RBB
Shaheen Dill-Riaz (Buch/Regie/Kamera)

Henners Traum, ZDF
Klaus Stern (Buch/Regie/Produktion)

Tiananmen, ARD/WDR/Arte/NDR
Thomas Weidenbach und Ming Shi (Buch/Regie)

Galileo Spezial – Karawane der Hoffnung, ProSieben
Bernhard Albrecht und Karsten Scheuren (Buch/Regie)

Tabubruch, DSF
Aljoscha Pause (Buch/Regie)
Sie sind: Gast | Login | Registrieren
Anzeige