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Handelsblatt

ProSiebenSat.1 und die panierte Hähnchenbrust

"Nur wenige Schritte vom Touristenmagneten Hofbräuhaus in der Münchener Innenstadt verzehrt Adam Chesnoff seine panierte Hähnchenbrust. Genüsslich zerlegt der Präsident und Chief Operating Officer (COO) des kalifornischen Medienkonzerns Saban Capital Group das Fleischstück im Mandarin Oriental Hotel."

Wer solche Sätze liest, der ahnt, dass Wirtschaft endlich wieder so richtig spannend geworden ist. Hans-Peter Siebenhaar reportiert diese Sätze im Handelsblatt und spart nicht mit Superlativen. Der Deal um die immer noch zum Verkauf stehende Mediengruppe ProSiebenSat.1 gerät da zum von Hauptinvestor Haim Saban und seinem Vize Chesnoff inszenierten "bizarren Theaterspiel", und der Konzern selbst wird sowieso immer wertvoller. Dass der Verkauf an Springer platzte - ein "Glücksfall"! Und "ein Beteiligter" darf schwärmen, ProSieben sei "wie ein Diamant. Je länger man ihn betrachtet, desto größer ist das Verlangen, ihn zu besitzen."

Fünf Offerten gibt es, alle stammen von Finanzinvestoren, alle sollen über drei Milliarden Euro liegen. Das höchste Angebot stammt angeblich von der türkischen Dogan-Yayin-Gruppe. Der Abschluss sei nur noch eine Frage von Wochen, heißt es. Saban wolle sofort verkaufen, obgleich eine Reihe seiner Investoren glaubte, durch einen späteren Verkauf der Sendergruppe einen noch höheren Preis erzielen zu können.

Oder ist der schnelle Verkauf nur ein Wunschtraum unseres Freundes Chesnoff? Der hofft - Hofbräuhaus hin, Hendl her - laut Handelsblatt, "Weihnachten wieder ins Millionärsparadies Brentwood, auf halben Weg zwischen Beverly Hills und den Stränden am Pazifik, zurückkehren zu können. Dann versucht er sich, nach langen Verhandlungswochen wieder beim Joggen zu entspannen".
Zuletzt bearbeitet 05.12.2006 13:49 Uhr
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