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Berliner Zeitung

Streit um Digitalradio-Frequenzen quer durch alle Lager

So viel ist klar: Auch die Zukunft des Radios ist digital. Doch anders als beim Digitalfernsehen, wo die Privaten gegen die digitalen Ver- und Ausbreitungspläne der Öffentlich-Rechtlichen zu Felde ziehen, geht der Streit beim Radio quer durch alle Lager, wie die Berliner Zeitung zeigt.

Einerseits protestiert die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) gegen ein gemeinsames Konzept des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und der ARD: Die beiden ungleichen Partner haben sich zur Belegung der auf der 6. Regional Radiocommunication
Conference
vergebenen digitalen Frequenzen auf die Einführung bundes- und landesweiter Programme geeinigt. Die Regional- und Lokalsender im APR blieben damit außen vor.

Andererseits fühlt sich auch das Deutschlandradio angegriffen. Seine beiden Wellen aus Köln und Berlin sind bislang die einzigen nationalen Hörfunkprogramme der Öffentlich-Rechtlichen; die ARD-Anstalten senden nur landesweit. In ihrer Digitalstrategie hat die ARD nun aber drei neue bundesweit empfangbare Kanäle für die Themen Kinder, Wissen und Integration angekündigt. Zudem soll inzwischen über ein viertes mit Information nachgedacht werden.

Ausgerechnet dem Deutschlandradio wurde aber ein digitaler Radiokanal abgedreht: Das im September 2006 via Internet und DAB als bis Ende 2007 befristetes Experiment gestartete Programm D-Plus musste auf Geheiß der Medienpolitik Anfang Juli gestoppt werden. Beschwert hatte sich unter anderem der VPRT.
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