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WDR 3: Mehr Hörer nach Streit um Programmreform

Die Kulturwelle WDR 3 hat in der am 16. Juli erschienenen Media Analyse Radio (ma II) ein fulminantes Comeback aus dem Quoten-Tal hingelegt. Der Sender legte im Vergleich zum Vorjahr um 61 Prozent zu und steigerte sich um 119.000 auf 341.000 Hörer am Tag; als wäre die umstrittene Programmreform von der damaligen Intendanz um die Radiofrau Dagmar Piel absichtlich inszeniert worden, um die Aufmerksamkeit für die Welle zu steigern.

Zur Erinnerung: Im letzten Jahr wollte sich die Kölner Anstalt unter anderem ein wöchentliches Feature und das tägliche Kulturjournal sparen. Eine Initiative namens Radioretter machte dagegen Front. Der öffentliche Druck konnte die Programmreform zwar nicht verhindern, zwang den WDR aber zu einer breiteren Diskussion der als Modernisierung dargestellten Sparpläne, die schließlich abgeschwächt wurden.

Zugewinner
Noch größere Zuwächse als WDR 3 konnten in ganz Deutschland drei Radiowellen erzielen. Bitte festhalten, das sind extreme Prozent-Ausschläge, die Statistikern die Schweißperlen auf die Stirn treiben müssten:
  • Das Berlin-Brandenburger Jazzradio (plus 85,7 Prozent im Jahresvergleich auf 91.000 Hörer),
  • die Jugendwelle MDR Sputnik (plus 62,1 Prozent auf 248.000 Hörer) und
  • das Berlin-Brandenburger Kinderradio Teddy (plus 62,5 Prozent im Jahresvergleich, allein plus 56,8 Prozent im Halbjahresvergleich; 218.000 Hörer).
Insgesamt hören die Deutschen so viel Radio wie zuvor: 198 Minuten täglich, am häufigsten werktags zwischen sieben und acht Uhr morgens. So hat es die Arbeitsgemeinschaft Media- Analyse e.V. (agma) im Auftrag der Radioveranstalter und der Werber ermittelt. Die agma befragt nach eigenen Angaben in zwei Erhebungswellen pro Jahr (Frühjahr und Herbst) je 65.000 Menschen in Computer-gesteuerten Telefon-Interviews zu ihrer Hörfunknutzung.

Alle Zahlen: deutschsprachige Hörer ab zehn Jahren montags bis freitags laut laut ARD Sales & Services.
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