Schub für Paid Content?
Das könnte nach einer Zeit der Untätigkeit und Uneinigkeit über den richtigen Ansatz einen Schub für Bezahlinhalte in Deutschland bedeuten. Die Verlagsbranche hofft zwar darauf, mit Smartphones und Tablets neue, zahlungswillige Kundenkreise aufzutun, um die stagnierenden Nutzungszahlen ihrer Printprodukte abzufangen. Doch es fehlt an einer von Publishern und Werbern anerkannten "Währung".
Bislang erfasst die IVW nämlich neben den Print-Auflagen lediglich Verkäufe von E-Paper-Ausgaben, also elektronischen Faksimiles. Seit 1997 ermittelt IVW Online außerdem mit Hilfe von Zählpixeln die Zugriffe auf Websites. Bezahl-Inhalte werden dabei jedoch - anders als etwa in den USA - noch nicht ausgewiesen. Bisher wagen sich in Deutschland auch nur wenige Verlage an Paywalls heran.
Der IVW-Zeitplan
Im Januar 2013 will die IVW mit der Messung von Verkäufen sogenannter Apps und von Bezahlinhalten ("paid content") beginnen. Die gemeldeten Zahlen werden dann erstmals im Februar in einer separaten "Statistik Digitale Lizenzen" publiziert.
Ab März 2013 wird laut Zeitplan die Nutzung von Mobil-Websites ("mobile enabled Websites") erfasst; die ersten Ergebnisse sollen dann im April ausgewiesen werden, ebenso wie die Nutzungsdaten für Apps, die testweise bereits im Januar und Februar erhoben werden. Ab Sommer 2013 will die IVW außerdem Daten zu sogenanntem Connected TV (Internet per Fernsehgerät) erheben.
Ab 2014 soll dann ein neues "Kategoriensystem 2.0" stehen, innerhalb dessen die IVW die neuen Nutzungsarten erfassen will. Die IVW will ihre Pläne auf der Digital-Marketing-Messe dmexco in Köln vorstellen.