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BBC gelobt: Schluss mit der Expansion

Eine ARD-Intendantin oder ein ZDF-Intendant, der sagt, dass seine Anstalt zu groß geworden ist und zu viel Geld für Massen-Programme ausgibt: Wie wäre das? Unvorstellbar. Genau das will aber BBC-Generaldirektor Mark Thompson im kommenden Monat tun - und die ehrwürdige Corporation zurückfahren.

Nach einem Bericht der Londoner Times prüft der BBC-Trust, das Aufsichtsgremium der Anstalt, gerade ein Strategiepapier, dass eine Begrenzung der Ausgaben für Sportrechte auf 8,5 Prozent des Gebührenaufkommens sowie drastische Einsparungen beim Einkauf amerikanischer Fernsehware vorsieht. Zwei Digitalradio-Stationen sollen geschlossen werden. Der Umfang der BBC-Website soll halbiert, das Online-Personal um ein Viertel verringert werden.

Die Maßnahmen zielen darauf, die Lizenzgebühren - jährlich 3,6 Milliarden Pfund - in qualitativ hochwertigere Programme zu investieren und gleichzeitig der durch die Wirtschaftskrise geschwächten privaten Konkurrenz lukrative Märkte zu überlassen.

Die Times interpretiert die Pläne als Signal an eine künftige konservative Regierung, dass die BBC auch ohne Intervention von außen ihr Haus in Ordnung halten kann. Autor des Papiers ist denn auch ein früherer konservativer Parteistratege, der BBC-Direktor John Tate.

"Sender wie ITV und Channel 4 werden von der Anküdigung der Anstalt begeistert sein, Programme für Teenager zu reduzieren und ihre Gebote für amerikanische Programme zu reduzieren", schreibt das Blatt.
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